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Digitale Medien im Coaching

Die digitale Welt hat viele Bereiche in unserem Leben verändert. Auch Unternehmen suchen heute nach neuen Möglichkeiten, MitarbeiterInnen zu entwickeln und ziehen hierbei auch vermehrt digitale Weiterbildungsmaßnahmen in Betracht. Zwar war die Coaching-Branche bis 2020, im Vergleich zu anderen Branchen, noch eher wenig von der Digitalisierung betroffen, doch spätestens jetzt hat die Digitalisierung auch das Coaching verändert:
Präsenzsettings werden immer öfters durch Videokonferenzen ergänzt oder zur Gänze ersetzt. Doch neben der Möglichkeit zur digitalen Kommunikation wächst auch die Bandbreite an digitalen Tools, die durch Funktionen oder Algorithmen das Coaching ergänzen können. Im nachfolgenden werden unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt, wie Sie ihr Coaching digital erweitern können.

Digitale Medien im Coaching als Unterstützung im Auswahlprozess

Zu Beginn eines jeden Coachings steht die Vermittlung zwischen Coach und Coachee. Neben den Möglichkeiten des Social Webs (siehe: LinkedIn Marketing für TrainerInnen und Coaches) einen Coach zu finden, werden vermehrt Plattformen entwickelt, die als Vermittlungspartner zwischen Coach und Coachee fungieren.

Der Coach-Auswahlprozess kann von Organisation zu Organisation unterschiedlich sein, ist jedoch in vielen Fällen durch einen begrenzten Pool an verfügbaren Coaches eingeschränkt. So stellen Unternehmen sicher, dass nur jene Coaches Aufträge durchführen, die im Vorfeld durch Personalverantwortliche geprüft wurden. Wollen Unternehmen diesen Auswahlprozess outsourcen, besteht die Möglichkeit, auf Digitale Coaching Provider zurückzugreifen. Diese Onlineplattformen verfolgen das Ziel, den gesamten Coachingprozess zu digitalisieren und versprechen, die Coach-Auswahl durch angewandte Algorithmen zu optimieren und so die Basis für ein “erfolgreiches” Coaching zu bilden. Jedoch befürchten aktuell Unternehmen noch einen wesentlichen Qualitäts- und Wissensverlust, werden Coachings zur Gänze über diese Plattformen abgebildet. Daraus lässt sich schließen, dass für Coaches Aktivitäten zur Erhöhung der Kundenbindung nicht vernachlässigt werden dürfen.


So können Folgeaufträge generiert und von Empfehlungen profitiert werden. Neben klassischen, digitalen Kundenbindungsinstrumente (Newsletter, Social-Media, Direct-Mailing, …) bietet sich die Möglichkeit, auf Coachingmethoden zurückzugreifen die a) den Kunden begeistern und b) den Kunden auch abseits des Coachingsettings begleiten.

Digitale Medien und digitale Tools als Ergänzung zum Coaching

Der Sinn des Einsatzes von ergänzenden Softwareapplikationen besteht erstens darin, dass Aufgaben und Tätigkeiten des Coaches einfacher oder lukrativer werden, was den Aufwand von Ressourcen, bei z.B.: Datenauswertung, betrifft und zweitens darin, dass sie den Coachings zusätzliche Funktionalitäten bieten und diese genauer bzw. effizienter machen (Beispiel: Karrierecoaching für Frauen mit Unterstützung von digitalen Reflexions- und Feedbackprozessen).

Weiters können z.B.: textbasierte Online-Fragen und Reflexionsjournale zwischen den Coaching-Sitzungen eingesetzt werden, um den Denkprozess des Kunden zu unterstützen und seinen Lernprozess in kleine, überschaubare Schritte zu unterteilen. Geeignete Applikationen leiten den Coachee durch Aufgaben, wie z.B.: Feedback und Reflexionen, und liefern so wichtige Daten, um geeignete Maßnahmen für das nächsten Treffen zwischen Coachee/Coach abzuleiten. Werden Digitale Medien im Coaching als Ergänzung eingesetzt, so sollte Wert auf Verständlichkeit und Einfachheit in der Verwendung gesetzt werden.

Mit TalentCoach vereinen wir diese Anforderungen und geben Coaches ein Tool in die Hand, dass auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Potenzialentwicklung, Feedback, Reflexion sowie Usability perfekt Coachingprozesse digital erweitert und Sie als Coach unterstützt, sodass Sie Ihre Ressourcen effizient einsetzen können (Methoden-Kompetenz, Fokussierung auf Absicht und Auftrag, Lösungs-Arbeit, Begleitung Ihres Coachees durch Fokus auf Prozess und Struktur .

Digitales 360°-Feedback einholen

Mit TalentCoach einfach stärkenorientiertes Feedback einholen.

Kollektive Auswertungen

Durch kollektive Auswertungen können Sie Ihre Ressourcen effektiv einsetzen und geeignete Maßnahmen ableiten.

Herausforderungen für Coaches beim Einsatz von digitalen Tools

Derzeit findet sich in manchen Journals, Coaching-Magazinen oder in Fachliteraturen folgende Annahme wieder: Die vielfältige Auswahl der Coachingdienstleistungen wird durch die Digitalisierung einer Marktbereinigung untergehen, wonach nur jene Coaches weiterhin ihrer Profession nachgehen können, die durch ihre Erfahrung und Expertise nicht durch einen KI-basierten Coachingbot ersetzt werden können. Diese Coaches werden auch noch weiterhin Face-to-Face Coachings ausführen, können digitale Medien aber als Erweiterungsmöglichkeiten in der Kommunikation ansehen oder Softwareprodukte ergänzend einsetzen.

Ergebnisse aus der Coachingforschung zeigen, dass für den Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen Coach und Coachee die Glaubwürdigkeit des Coaches eine wesentliche Rolle spielt. Diese resultiert aus nötigen Qualifikationen, Vertrauenswürdigkeit und wahrgenommener Expertise. Letzteres schließt die Erfahrung im Beratungsbereich, aber auch die methodische Coachingkompetenz mit ein. Verfolgen Coaches den Einsatz von digitalen Tools und Methoden, müssen sie sich folglich mit diesen vertraut machen, sodass die wahrgenommene, methodische Coachingkompetenz möglichst hoch ist und keinerlei Unsicherheit bei den Coachees wahrgenommen wird. So haben auch Onboarding-Sessions und nachhaltige Betreuung der Softwareanbieter wesentlichen Beitrag zum erfolgreichen Einsatz von digitalen Tools im Coaching. Weiters kann ein Netzwerk mit anderen Coaches, die potenzielle, digitale Tools verwenden, hilfreich sein sodass Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Neben der Unterstützung von den Softwareanbietern sind auch neue Kompetenzen für Coaches notwendig, welche durch Zusatzqualifikationen für bereits ausgebildete Coaches, oder schon während der Coachingausbildung, angeeignet werden können. Mögliche Kompetenzen beim Einsatz von digitalen Tools sind:

  • Technische Affinität
  • Medienkompetenz
  • Medienaneignung
  • Psychische Verarbeitungskompetenz durch den schnelleren Informationsfluss über z.B.: Videocalls

Eine gute Zusammenarbeit sowie ein individueller Support unterstützen hier Sie als TrainerIn oder Coach Applikationen einfach zu Integrieren bzw. Kompetenzen aufzubauen.

Online-Coaching

Spätestens seit dem Jahr 2020 ist Onlinecoaching kaum mehr wegzudenken. Ein Blick in die „Coaching-Marktanalyse 2021“ zeigt, dass in den praktizierten Coaching-Formaten zwar noch das persönliche Gespräch mit 45,07% am häufigsten genutzt wird, jedoch Online-Coaching bereits 37,11% der genutzten Formate einnimmt. Innerhalb des Online Coaching zeigt sich weiters, dass Videokonferenzen und Chat-System die klare Mehrheit haben.

Neben der herkömmlichen Form des Coachings bietet Online-Coaching bedeutsame Vorteile:

  • Neben der bereits erwähnten örtlichen und zeitlichen Unabhängigkeit und der damit verbundenen Erweiterung des potenziellen Marktes bieten Online-Coachings eine bessere Umgebung für Reflexionen, da diese meist in schriftlicher Form ausgeführt werden. Dadurch wird mehr Zeit für diese aufgewandt und gewissenhafter reflektiert.
  • Aufgaben/Anweisungen, die in digitaler Form an den Coachee übermittelt wurden und dadurch immer zugänglich sind, können schwer verloren gehen.
  • Introvertierten Personen fällt es deutlich leichter, sich einem Coach via dem digitalen Weg anzuvertrauen, was positiven Einfluss auf den Coachingprozess hat.
  • Coachingtermine können flexibler gestaltet werden und an die Bedürfnisse der Coachees z.B.: hinsichtlich der Dauer angepasst werden.

Das Potenzial, das in Online-Coaching gesehen wird, bestätigt sich auch durch die 15. Trendstudie „mmb Learning Delphi 2020/2021“, wonach Online-Coaching von 85% der Befragten eine zentrale Stellung in der Weiterbildung zugeschrieben wird. Neben den großen Erwartungen stehen den Coaches jedoch auch Hürden bevor, wollen sie ihre Dienstleistungen online ausführen.

Herausforderungen im Online-Coaching

Fähigkeiten, die bereits für die Ausübung von Präsenzsettings erworben wurden, sind zwar unerlässlich, wenn es darum geht, Coachings digital zu erweitern, jedoch werden zusätzliche Kompetenzen benötigt. So verlangen Unternehmen mittlerweile verstärkt einschlägige Kenntnisse im Umgang mit E-Learning, Kollaboration-Tools sowie Tools die ein ortsunabhängiges Arbeiten an der eigenen Persönlichkeit ermöglichen. Ohne diese kann es schwierig werden, große Aufträge zu generieren.

Folgende Kompetenzen sind notwendig, um Online-Coaching erfolgreich umzusetzen:

  • Gestaltung empathischer, wertschätzender Beziehungen in der Onlinebegegnung
  • Online-Begleitung unter Nutzung von kognitiven, emotionalen und physiologischen Informationen und deren Wechselwirkung
  • Verwirklichung von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität im Online-Coaching
  • Technisches Know-how für die verwendeten Tools
  • Marktfähiges Angebot von Online-Coaching als Erweiterung des eigenen Portfolios und der wettbewerbstauglichen Positionierung
  • In Präsenzsettings erfolgreich eingesetzte Methoden und Interventionen, so umstrukturieren, dass diese auch erfolgreich in Online-Coachings eingesetzt werden können.

Weitere Ergebnisse aus der „WeiterbildungsSzene Deutschland 2021-Themen und Trends in Training, Beratung, Coaching“ zeigen, dass sowohl im Bereich „benötigte fachliche Kompetenz“ sowie im Bereich „bediente Themen“ das Thema „Selbstführung/Entwicklung persönlicher Kompetenzen“ am meisten Bedeutung zugeschrieben wird.

Sie haben Interesse, diese Themen auch in Ihren Dienstleistungen mehr Gewicht zu geben? Gerne unterstützen wir Sie hierbei und zeigen Ihnen Möglichkeiten, wie Sie Ihre Trainings und Coachings gestalten können, um individuell abgestimmt auf Ihre Kunden die Themen Persönlichkeitsentwicklung, Resilienz, Positive Psychologie und Potenzialentfaltung in Ihren Coaching-, Trainings-, oder Organisationsentwicklunsprozess einzubinden.

Methoden für mehr Gruppendynamik in Online-Coachings/-Trainings

Methoden zum Einführen in ein Thema

Im ersten Schritt muss uns bewusst werden, was wir bis jetzt zu einem Thema wissen bzw. welche Vorerfahrungen wir haben. Erst dann können wir darauf aufbauend Neues lernen und gezielt in unser eigenes Erfahrungssystem integrieren oder sogar altes, überholtes Wissen streichen und durch neue Erkenntnisse ersetzen.

Methoden zum Erarbeiten und zum Diskutieren eines Themas

Menschen sind soziale Wesen – auch im virtuellen Raum. Durch soziale Interaktionen und das Einbeziehen der Gedanken und Ideen der LernerInnen wird das neu Erfahrene verfestigt und gemeinsam werden Transferräume entwickelt. TeilnehmerInnen von Präsenzseminaren wissen um den Mehrwert dieser Austauschmöglichkeiten mit anderen.

Methoden zum Auflockern

Lustige gemeinsame Aktivitäten – die idealiter auch noch in einem Kontext zum Thema stehen – oder auch Entspannungsübungen sprechen die TeilnehmerInnen emotional an und schaffen Verbundenheit untereinander. Dass positive Emotionen lernförderlich sind, ist bekannt und gilt für virtuelle Settings genauso wie für analoge.

Laden Sie sich das PDF herunter und lernen sie 11 Methoden in den oben genannten Einsatzmöglichkeiten kennen.

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Quellen:

Barth, Henrike/Bachmann, Thomas: Wie digital sind Coaches? Eine Analyse des (zukünftigen) Nutzungsverhaltens von Coaches hinsichtlich digitaler Plattformen und Tools im Coaching, in: Organisationsberatung, Supervision, Coaching, 26, 3/2019, S. 379ff
Berninger-Schäfer, Elke: Online-Coaching , Wiesbaden, 2018.
Clutterbuck, David: The challenges of coaching and mentoring in a digitally connected world. An essay of an academic practitioner, in: Wegener, Robert u.a. (Hrsg.): Coaching im digitalen Wandel, Göttingen, 2020.
Deplazes, Silvia/Künzli, Hansjörg: Kompetenzentwicklung für Online-Coaching, in: Wegener, Robert u.a. (Hrsg.): Coaching im digitalen Wandel, Göttingen, 2020.
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Hasenbein, Melanie: Der Mensch im Fokus der digitalen Arbeitswelt , Berlin, Heidelberg, 2020.
Kanatouri, Stella: Digital coaching: A conceptually distinct form of coaching?, in: Wegener, Robert u.a. (Hrsg.): Coaching im digitalen Wandel, Göttingen, 2020, S. 40ff.
Kmenta, Roman: Gegen den digitalen Preisfall, in: Training Aktuell, 32, 08/2021/2021, S. 38ff
Pascal, Alex/Sass, Maggie/Gregory, Jane B.: I’m only human: The role of technology in coaching, in: Consulting Psychology Journal: Practice and Research, 67, 2/2015, S. 100ff.
Rauen, Christopher: RAUEN Coaching-Marktanalyse 2020, Online im WWW unter URL: https://www.rauen.de/_Resources/Persistent/b/c/2/a/bc2a7cc6b002db323bc48d220b76dff6994626ca/RAUEN%20Coaching-Marktanalyse%202020-09-03%20-%20Full%20Version.pdf [Stand: 11.10.2021]
Schermuly, Carsten C./Graßmann, Carolin: Erfolgreicher Einsatz von Coaching in der Führungskräfteentwicklung, in: Felfe, Jörg/van Dick, Rolf (Hrsg.): Handbuch Mitarbeiterführung, Berlin, Heidelberg, 2016.
Schmidt-Lellek, Christoph: Perspektiven für das Coaching nach der Corona-Krise, in: Organisationsberatung, Supervision, Coaching, 27, 3/2020, S. 401ff.
Triebel, Claas: Alles wird digital, alles wird anders, in: Heller, Jutta u.a. (Hrsg.): Digitale Medien im Coaching, Berlin, Heidelberg, 2018.
Wagner, Miriam: Über die Zukunft des Trainings, in: Training Aktuell, 32, 8/2021/2021.
Wagner, Miriam: Megatrend Blended Learning. MMB Learning Delphi 2020/2021, in: Training Aktuell, 32, 03/2021/2021, S. 10ff.